Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen auf Thailändisch

Geschrieben am 28. April 2011 von Kathrin. » 6 Kommentare

Spontaner Wechsel des Blickwinkels: Normalerweise rufe ich täglich diese Seite auf und hoffe auf einen neuen Artikel. Jetzt sitze ich auf einem Bett in Chiang Mai und darf die Position einer Reisenden einnehmen, die in den letzten Tagen unglaublich viel Neues erlebt und gesehen hat. Ein kleiner Einblick:

Eine Reise nach Thailand – das ist Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen in einer anderen Dimension:

Hören

Die thailändische Sprache klingt fremdartig in meinen europäischen Ohren. Die Menschen scheinen die Worte nicht zu sprechen, sondern zu hauchen. Unbekannte Wortfetzen reihen sich an lang gezogene Vokale, gefolgt von Gekicher und Gesten. In den Tempeln reihen sich Glockenschläge an leise Gebete, das laute Knattern der Tuk-Tuks klingt nach kleinen Explosionen.

Neben den unbekannten Lauten existieren jedoch auch zahlreiche vertraute Klänge. Seien es ist die alltäglichen Dinge, wie Autogehupe, das Quaken von Fröschen oder das Lachen fröhlicher Menschen. Besonders hervorzuheben ist wohl das Hören wohlbekannter Stimmen: Die klassischen Flo-und-Nina-Dialoge ala “Flori? Kann ich mir die Tasche kaufen?” – “Och Nina, du hast doch welche.” – “Aber die passt so gut zu meinem Kleid…” zaubern ein Grinsen in mein Gesicht.
Im Übrigen hat sich das Lied “One Night in Bangkok” zu einer Art Thailandhymne entwickelt und bisher ist noch kein Tag ohne den Aufruf des dazugehörigen Youtube-Videos vergangen.

Sehen

Thailand ist grün. Palmen, Gräser, Litschi- und Mangobäume, außergewöhnliche Dschungelpflanzen und hohe Büsche scheinen überall zu sein. Bunte Kleidung wird von kleinen Thaifrauen auf den Märkten verkauft, kleine und große kitschige Plastikkatzen winken einem freundlich mit ihren Pfoten entgegen. Der dunkle Asphalt steht in krassem Kontrast zu dem knallig-orangenen Gewändern der glatzköpfigen Mönche. Thailand ist wuselig. Die Augen erfassen jeden Tag etwas Neues und saugen das Gesehene sofort auf. Bilder im Kopf, die eine Kamera nicht wiedergeben kann.

Schmecken

Die Küche Thailands ist unglaublich lecker. Seien es die verschiedenen Currys, Suppen mit Kokosnussmilch, Papaya-Salat oder andere Leckereien. Denkt man im ersten Moment noch ein Gericht sei würzig, so stellt sich beim zweiten Bissen doch eine gewisse Schärfe ein, die den Griff zum Bier (Empfehlung: Singha und Leo) auslöst (auch wenn Brot an dieser Stelle besser helfen würde). Der sogenannte Iced Tea Thai hat es mir besonders angetan: Frisch zubereiteter Tee mit gesüßter Kondensmilch und übertrieben viel Eis.

Fühlen

Thailand hat mich bei Regen willkommen geheißen. Der Fahrtwind und die warmen Tropfen, die während der Motorrollerfahrt vom Flughafen zum Hotel einen neuen Platz auf der noch viel zu hellen Haut finden, haben Gänsehautpotenzial. Thailand fühlt sich schwül an. Wenn man Flüssigkeit aus einem Kokosnuss-Wasser-Gemisch herauspresst, sind die Hände danach ganz weich. Manchmal brennt die Sonne auf der Haut. Wenn warmes Wasser die Sonnencreme und die thailändische Luft abspült, freut sich der Körper bereits auf die nächsten Sonnenstrahlen. Thailand fühlt sich verdammt gut an.

Riechen

Thailand riecht nach deutschen Asiashops, fremden Gewürzen und nach frischer Mango. In den Märkten vermischen sich fremdartigste Gerüche von getrockneten Fischhäuten und Chillies mit billig produzierten und kitschigen Plastikartikeln. Zeitweise riecht es wie in einer Tierhandlung. Dann schlendert ein thailändischer Jugendlicher mit Sonnebrille vorbei und verbreitet den Geruch von Davidoff. Thailand riecht minütlich anders.

Thailand ist eine Reise wert: Die freundlichen und übermäßig höflichen Menschen, das leckere Essen, die fremde Kultur, die vielen Marktstände, die sich wie Autos zur Rush-Hour aneinanderreihen und so viele andere Dinge machen das Land einzigartig. Diese Reise wird mir persönlich allerdings nicht nur wegen dem Land in so guter Erinnerung bleiben, sondern besonders wegen der Reisegruppe Nitschke-Girnus-Girnus. Es ist Reise, in der wir drei uns nach 7,5 Monaten wiedergesehen haben und miteinander umgehen, als wenn wir uns 2 Tage nicht gesehen hätten. Wenn wir bei einem allabendlichen Bier zusammen sitzen, erinnert eigentlich nur das thailändische Bier daran, dass wir nicht auf einem schwarzen Ecksofa in Bremen sitzen. Haare sind länger geworden, die Haut brauner, die zu erzählenden Geschichten und Erlebnisse mehr, aber die beiden Menschen, die im September 2010 losgereist sind, sind noch die Alten. Pläneschmiedende Weltenbummler, die ihre Träume verwirklichen.

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6 Kommentare

  • Nina's Gravatar Nina 28. April 2011, 22:50

    Also die Tasche hab’ ich nun wirklich gebraucht :)
    Und Thailand hört, sieht, riecht, schmeckt und fühlt mit dir noch viel besser ;)

  • angelika genannt mama's Gravatar angelika genannt mama 28. April 2011, 23:52

    es freut mich, dass Asien einen Fan mehr hat :)

  • Elke's Gravatar Elke 29. April 2011, 01:08

    Ihr macht uns richtig neugierig.

  • Dietmar's Gravatar Dietmar 29. April 2011, 01:53

    Hallo Kathrin,
    da hast Du ja eine tolle Beschreibung gemacht.
    Und Nina: hast Du denn die Tasche nun bekommen?
    Und zu Flo: ist es denn im Moment für Dich einfacher oder schwieriger geworden?

  • Nina's Gravatar Nina 29. April 2011, 08:12

    @Dietmar Die Tasche wurde natürlich gekauft :)

  • Hubertbux's Gravatar Hubertbux 29. April 2011, 13:53

    Toller Eintrag, aber wie bist du denn auf den Vergleich von Asphalt und Mönchen gekommen?

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