Warten auf das Paradies

Geschrieben am 28. September 2010 von Florian. » 2 Kommentare

Schöne Grüße aus dem Paradies! Wir sind jetzt in Darjeeling, einer vergleichsweise kleinen Stadt mit 110.000 Einwohnern, die in ca. 2200m Höhe liegt. Die Fahrt hierher war mal wieder chaotisch. Um 18.30 sollte unser Nachtzug in Varanasi starten. Um 17.30 waren wir bereits da und uns sprang gleich eine große fünf auf der Anzeigetafel neben unserer Zugverbindung entgegen. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei nicht um fünf Minuten, sondern um fünf Stunden Verspätung handelt. Nach einer kurzen Verwirrung haben wir uns einen Masterplan geschmiedet: Vor den Bahnhof setzen und auf weitere Touris warten mit denen wir dann quatschen können. So haben wir nach ca. 2 Stunden Primosz und Mateja kennengelernt, ein Pärchen aus Slowenien. Zu unserem Glück hatte Matejas Oma solche Situationen vorausgeahnt und sie mit selbstgebrannten Pflaumenschnaps versorgt, den wir dann zusammen genossen haben. Nachdem wir dann noch angefangen hatten Karten zu spielen, waren wir endgültig die Hauptattraktion. Die Inder versammelten sich um uns herum und beobachteten interessiert unser Treiben.

Aus den fünf Stunden Verspätung wurden letztendlich acht Stunden und wir waren heilfroh, als wir endlich im Zug waren. Als wir die Inder von unseren Pritschen “vertrieben” hatten, konnten wir uns endlich etwas ausruhen. Nach gar nicht mal so erholsamen sechs Stunden Schlaf waren wir dann auch wieder wach. Zu unserem Glück versüßten uns die etlichen Händler im Zug den Rest der Fahrt. Von Keyboards, über Essen und Getränke bis hin zu Luftmatratzen und Spielzeug wurde uns alles angeboten. Selbst lebendige Vögel waren im Angebot. Nach der 16-stündigen Fahrt sind wir in New Jalpalguiri angekommen. Mit einem Jeep ging es dann mit sieben weiteren Personen die 80km durchs Gebirge nach Darjeeling. Es war ein Höllentrip! Der Fahrer hatte den Fahrstil eines Berserkers. Auf den schmalsten Straßen, selbst in Kurven, überholte er andere Fahrzeuge und die vielen Schlaglöcher wollte er wohl einfach überfliegen. Dass es neben den Straßen auch gerne mal ein paar hundert Meter steil bergab ging, machte ihm wohl nichts mehr aus. Die Auswirkungen zeigten sich bereits nach 15 Minuten. Wir haben eine Pause einlegt, weil die Frau auf dem Beifahrersitz sich übergeben musste. Ich konnte das zu dem Zeitpunkt sehr gut nachvollziehen. Die zwei Unfälle die wir gesehen hatten und die Tatsache, dass es eine Nachtfahrt war, machte das ganze Unterfangen nicht angenehmer. Nach beklemmenden und anstrengenden drei Stunden hatten wir unser Ziel erreicht. Das Guesthouse war auch schnell gefunden und wir waren einfach nur noch froh, dass wir endlich schlafen konnten.

Am nächsten Morgen haben wir uns das hauseigene Rooftop angeschaut und wurden nicht enttäuscht. Es offenbarte sich ein freier Blick auf die gesamte nähere Umgebung und die vielen Gebirgszüge. Erholt und frisch sind wir dann in das Stadtzentrum gegangen und waren etwas verwundert. Die Leute starrten uns nicht an, keiner wollte uns etwas andrehen und es war wesentlich ruhiger als in den vorherigen Städten. Einfach nur angenehm. Morgen wollen wir uns den Sonnenaufgang anschauen. Ihr könnt die Daumen drücken, dass es nicht bewölkt ist ;) .

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2 Kommentare

  • Elke's Gravatar Elke 29. September 2010, 10:29

    Spannend, spannend und Abenteuer pur. Alles Gute weiterhin.
    Elke

  • Elke's Gravatar Elke 29. September 2010, 10:32

    ..

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